Von der HolzhÜtte zur BildungsstÄtte

Die Wurzeln der Jugendbildungsstätte Welper reichen weit zurück. Vor 1921 fanden sich Menschen aus der Naturfreunde-Bewegung zusammen, um nach den bitteren Erfahrungen des 1. Weltkriegs ihre sozialistische Überzeugung in feste Formen zu fügen.

Der Wunsch nach einer besseren demokratischeren Welt prägte den Idealismus und die damit verbundene Aufbruchstimmung, die in der Arbeiterbewegung vorherrschte. Die Sozialistische Arbeiterjugend, die Naturfreundejugend und die Falken in Welper bei Hattingen suchten für ihre Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen eine feste Begegnungsstätte. Damals hieß ein solches geplantes Haus noch Hütte, und so gründete sich aus den drei Welperaner Vereinen die Hüttenbauvereinigung Welper e. V., um das Bauvorhaben in die Tat umzusetzen.

Der Wald in Welper oberhalb der Ruhr bot sich für ein Wanderheim an. Die Hüttenbauvereinigung konnte mit Unterstützung der Gemeindevertretung bis 1926 eine Holzhütte mit Gruppenraum und ein paar Betten errichten. Viel Engagement und vereinte Kräfte waren notwendig, damit diese Heimstätte für die Arbeiterjugend aus dem Ruhrgebiet ihre Türen öffnen konnte. Bis 1933 entwickelte sie sich zum Treffpunkt Gleichgesinnter. Auch das Verbot und die Unterdrückung durch die Nazis vermochten es nicht, die Ideale und Ziele auszulöschen.

Nach dem 2. Weltkrieg blühte das Leben in dem Haus um so stärker wieder auf, die Hüttenbauvereinigung war wieder da. Die Hütte wurde in vielen Etappen weiter ausgebaut und verdiente sich bald die Bezeichnung Haus. Neue Räume kamen hinzu, die Küche und Schlafräume wurde erweitert und vergrößert. In dem Haus fanden viele Veranstaltungen statt, die den Aufbau demokratischer Strukturen in Nordrhein-Westfalen unterstützten. Viele Jugendliche haben hier Initiativen begonnen, die sie später in verschiedensten Gruppen, Parteien und Parlamenten zum Aufbau eines demokratischen Deutschlands fortsetzten.

Aber trotz der ständigen Umbauarbeiten konnte das Haus bald nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Jugendherberge erfüllen. Nach einer Ruhephase, in der das Haus neu erbaut wurde, konnten 1981 die ersten Gäste in der neuen Jugendbildungsstätte begrüßt werden. In neuem Gewand präsentierte sich die JuBi am vertrauten Ort.