Projekte

"InkluVision" - Inklusion in der Schule
Schwierigkeiten/Möglichkeiten, Praxis/Begleitung, Beteiligung/Diskussion, Erfolg

Fotogalerie: Abschlussveranstaltung des Projekts InkluVision

Fotogalerie: Einblicke in ein Seminar mit der Inklusionsklasse des Schillergymnasiums Bochum

Projektbeschreibung als pdf (306 kb)

  1. Kurzbeschreibung
    Durch unser Projekt möchten wir Antworten erarbeiten, welche Unterstützung und Begleitung jede Schule zur Umsetzung von gemeinsamem Unterricht im Kontext von Inklusion braucht. Mit allen Beteiligten – insbesondere mit den betroffenen LehrerInnen und Eltern - müssen leistungsfähige Beratungs-, Kommunikations- und Mitwirkungssysteme diskutiert und aufgebaut werden. Dabei werden Motivation, Innovationsbereitschaft und die Neugier zum Paradigmenwechsel geweckt. Durch die enge Verzahnung von Erprobung in den Inklusionsklassen und Fachgesprächen, Themenwerkstätten und Workshops werden Konzepte entwickelt, die bessere Möglichkeiten aufzeigen, auf Diversität zu antworten. Verschiedenheit soll positiv und motivierend für Lernprozesse gesehen werden, in denen der Schwerpunkt auf Selbständigkeit, Aktivierung und sozialem Lernen liegt.
  2. Wer führt das Projekt durch?
    Die Jugendbildungsstätte im Freizeitwerk Welper ist ein Ort der außerschulischen Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche aus NRW. Wir konzipieren, führen durch und entwickeln verschiedene außerschulische Bildungsangebote gemeinsam mit Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen.
  3. Ausgangslage
    In den Schulen NRWs sollen alle Kinder ab dem Schuljahr 2011/2012, die zur weiterführenden Regelschule wollen, einen entsprechenden Platz bekommen. Von den Lehrenden wird die Einführung eines gemeinsamen Unterrichts begrüßt, wenn die LehrerInnen entsprechend ausgebildet sind und die Rahmenbedingungen stimmen. Es wäre allerdings kontraproduktiv, wenn gemeinsamer Unterricht dazu führe, dass nichtbehinderte Kinder zu kurz kämen bzw. für sie verminderte Bildungschancen entstehen würden. Für ein gemeinsames Leben und Lernen – unabhängig von Behinderung, sozialer und kultureller Herkunft, Sprache etc. - müssen neue Konzepte entwickelt werden. Viele Schulen befürworten die Idee des inklusiven Unterrichts, haben aber noch wenige Erfahrungen und Vorstellungen, wie gemeinsamer lerndifferenzierter Unterricht in der Praxis gestaltet werden kann. Hier müssen praxistaugliche Angebote wie "Umgang mit Heterogenität", "Sonder- bzw. Inklusionspädagogik" etc. und vor allem die Auseinandersetzung mit Klischees und Vorurteilen bei ethisch-moralischen Bewertungen und Einschätzungen entwickelt werden. Dazu wollen wir praxisnah Fachgespräche mit Multiplikatoren und Modellseminare mit Schulen der Sekundarstufe 1 durchführen.
  4. Ziele des Projektes
    Mit dem Projekt soll erreicht werden:
    - Erstellung von wirksamen (praxisnahen) Konzepten für inklusive Schulklassen für die direkt Beteiligten (LehrerInnen, SozialpädagogInnen)
    - Unterstützung bei der Schaffung von Netzwerken für die beteiligten Schulen zum Erfahrungsaustausch und zur Interessenvertretung
    - Schaffung eines Forums für betroffene Eltern zur gegenseitigen Unterstützung, Akzeptanz und Wertschätzung unter dem Aspekt "Hilfe zur Selbsthilfe"
    - Entwicklung von notwendigen Strukturen zur Sicherung von Lebensqualität der Kinder bei der Einführung von Inklusion in den weiterführenden Schulen
  5. Zeitplan und Umsetzung
    Der Projektstart ist Herbst 2011. Für die dreijährige Projektphase (Herbst 2011 bis Frühjahr 2014) bedarf es verschiedene Arbeitsschritte.
    1. Das Projekt wird mit einer eintägigen Auftaktveranstaltung im Februar 2012 beginnen. Interessierte aus Praxis und Wissenschaft (LehrerInnen, SonderpädagogInnen, IntegrationshelferInnen, engagierte PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen, MitarbeiterInnen aus den Fachverbänden und reflektierte Eltern) mit ihren vielschichtigen Erfahrungen werden eingeladen, um die Projektidee "Inklusion im Schulalltag" zu diskutieren und die weitere Beteiligung im Projektverlauf zu besprechen.
    2. In einem ersten zweitägigen Workshop Anfang 2012 treffen sich LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen und andere direkt Beteiligte der Schulen in denen Inklusionsklassen eingerichtet sind.
    3. Bis zum Frühjahr 2013 finden mindestens drei praxisbezogene Themenwerkstätten statt.
    4. In einem zweiten Workshop im Frühsommer 2013 werden die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem bisherigen Projektverlauf von den Beteiligten zusammengefasst und reflektiert
    5. Für das Frühjahr 2014 ist ein Abschlussforum geplant, wo die aufbereiteten praktischen Erfahrungen und die gewonnen Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst, gebündelt und einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden.
    6. Projekte mit ausgewählten Schulklassen finden parallel zu den geplanten Workshops und Themenwerkstätten für die Multiplikatoren statt. Es werden sechs exemplarische Schulklassen ausgesucht, in denen die Entwürfe für kompetenzorientierten Unterricht in heterogenen Lerngruppen ausprobiert werden. Mit diesen sechs Schulklassen werden zwei Seminareinheiten durchgeführt: In einer ersten Einheit im zweiten Schulhalbjahr (Anfang des Jahres 2012) wird das Selbstverständnis der Klasse erarbeitet, die sich zu Schuljahrsbeginn neu gefunden hat. In einer zweiten Seminarphase zum Ende des sechsten Schuljahres (Sommer 2013) wird Bilanz gezogen.
  6. Personal
    Die Steuerungsgruppe wird die konzeptionelle Weiterentwicklung des Projekts unter der Perspektive von Teilhabe, Inklusion und Sozialraumorientierung drei Jahre begleiten. Sie werden dabei unterstützt von speziellen FachreferetInnen, die für besondere Fragestellungen und für die Durchführung von speziellen Schulungen engagiert werden. Die FachreferentInnen bereiten auch die am Projekt beteiligten TeamerInnen für die Schulklassenseminare darauf vor, mit Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, unterschiedlicher Begabung und Leistungsfähigkeit professionell umzugehen. Eine ProjektkoordinatorIn trägt die Verantwortung für das Projekt und ist zuständig für die Projektplanung, -durchführung und –nachbereitung in Absprache mit der Steuerungsgruppe.
  7. AnsprechpartnerInnen
    Klaus Theis
    Pädagogische Leitung
    0 23 24/94 64-64
    theis@freizeitwerk-welper.de
    Ulla Rothe
    Bildungsreferentin
    0 23 24/94 64-59
    rothe@freizeitwerk-welper.de