Projekt: "Loadsman" – SchÜlerInnen stÄrken SchÜlerInnen

Schule ist für Kinder und Jugendliche ein zentraler Ort, an dem sie nicht nur formell lernen, sondern auch lebensnah erleben, wie das Zusammenleben vieler Individuen positiv organisiert sein kann. Diese Erfahrungen wirken sicherlich über die reine Unterrichtszeit hinaus. Dennoch impliziert dies nicht nur positive Aspekte. Schule ist ebenfalls ein Ort, der Unsicherheiten und auch Gewalt- sowie Konfliktpotential beherbergt, was nach innen und nach außen wirken kann.

Einige Schulen haben damit begonnen, Sozialkompetenztrainings in den Eingangsklassen der Sekundarstufe I einzuführen. Allerdings stellen wir in unserer Arbeit mit eben diesen Schulen fest, dass diese Maßnahme zwar in die richtige Richtung weist, aber bei weitem nicht ausreicht, um mit dem Konfliktpotential befriedigend und präventiv umgehen zu können. Schule, als sekundärer Erfahrungsraum, muss ein sicherer Ort sein, an dem alle ohne Angst und Furcht leben und arbeiten können und wo für Gewalt kein Platz ist.

Vielen Kindern und Jugendlichen erscheint Gewalt als erste Option, Probleme zu lösen. Sie tun dies allerdings nicht, weil sie Gewalt gut finden, sondern weil Ihnen alternative Konfliktlösungsstrategien fehlen. Tatsächlich sind Kinder und Jugendliche jedoch in der Lage und auch dazu bereit, sich in Konflikten konstruktiv zu verhalten und ihre Probleme gewaltfrei untereinander zu regeln.

Gewaltprävention setzt dabei eine Übereinkunft über den anzustrebenden Zustand und die unerwünschten Verhaltensweisen voraus. Dies ist deshalb wichtig, da das Instrumentarium einer falsch verstandenen Gewaltprävention auch zur Disziplinierung und Unterdrückung gebraucht werden kann.

Daher haben wir ein Projekt konzipiert, das SchülerInnen dazu befähigt, in Peer-Mediationen und/oder als Konfliktlotsen an den Schulen zu arbeiten. In den dreitägigen Seminaren wird es darum gehen, praktizierbare und gemeinsam erarbeitete Maßnahmen in den jeweiligen Lebenswelten – Schule und soziales Umfeld - zu entwerfen und die dazu konkreten Schritte verbindlich festzulegen. Dabei gehen wir von dem Grundgedanken aus, Kinder und Jugendliche nicht als Problemverursacher, sondern als Problemlöser zu betrachten.

Das Projekt "Loadsman" richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9, die als Konfliktlotsen an ihrer Schule arbeiten möchten. Sie sollen die Eingangsklassen begleiten

Im Projekt werden methodische Bausteine eingesetzt, die darauf abzielen

Die Seminararbeit in der Jugendbildungsstätte ist konzeptionell TeilnehmerInnen- und situationsorientiert. Neben der Stärkung von Konfliktlösungsstrategien und dem Erlernen von Gewaltvermeidungsstrategien werden auch Fragen nach der eigenen inneren Haltung aufgegriffen. Die Jugendlichen werden von Anfang an direkt am Projekt beteiligt. Ihr Einmischungsinteresse und ihre Handlungsbereitschaft werden als zentrale Ressourcen genutzt, um auch Inhalte mitzubestimmen.

Freiwillige Arbeitsgruppen vor Ort in der Schule, zwei dreitägige Seminare am Wochenende in der Bildungsstätte und ein Auswertungstreffen sind Bestandteil des Projekts.

Das Projekt "Loadsman" wird durch Mittel des Landesjugendplans gefördert.

Ansprechpartnerin: Ronja Inhoff (inhoff@freizeitwerk-welper.de), Tel.: 0 23 24/94 64-59