Projekte

In diesem Jahr führen wir fünf Projekte, gefördert über den Landesjugendplan NRW, zu ganz unterschiedlichen Themen durch. Wir würden uns freuen, hätten wir mit der Auswahl ein passendes Thema für Sie und Ihre Klasse gefunden.

Wenn Sie Interesse haben, mit Ihrer Klasse an einem dieser Projekte teilzunehmen, dann rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail: Klaus Theis: 0 23 24/94 64-64 oder theis@freizeitwerk-welper.de.


"Partizipation lernen im (Schul-)Alltag"
Jugendliche lernen, sich aktiv und direkt an politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen

Laufzeit: 15.05. – 31.12.2013

Das Projekt "Partizipation lernen im (Schul-)Alltag" möchte Jugendliche für Politik interessieren, ihre Beteiligung an der Demokratie fördern und ihr gesellschaftliches Engagement unterstützen. Auch wenn im Politikunterricht inzwischen von einem erweiterten Politikverständnis ausgegangen wird, unterliegt der Unterricht bestimmten Rahmenrichtlinien und vorgegebene Themen sind prüfungsrelevant und werden benotet. Die Erfahrung von Jugendlichen, durch freiwilliges Engagement etwas verändern zu können und sich in sozialer und materieller Hinsicht zu erleben, stellt einen wichtigen Faktor im Zusammenhang der Identitäts- und Werteentwicklung dar. Die Schule als staatliche Bildungssituation ist nicht immer ein geeigneter Lernort, um sich mit eigenen Erfahrungen zu beschäftigen und humane und demokratische Positionen zu entwickeln. Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in der Schule und sind häufig frustriert, wie wenige Mitwirkungsmöglichkeiten sie dort haben. Hier kann außerschulische Jugendbildung ohne Druck und Zwang ein Experimentierfeld für Partizipationsmöglichkeiten, welches sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmenden orientieren, bieten.

Zielgruppen sind dabei SchülerInnen ab der 10. Jahrgangsstufe. Unsere außerschulische Bildungsarbeit kann hier an den Lebenswelten der Jugendlichen ansetzen und Voraussetzungen und Kompetenzen zur Partizipationsentwicklung vermitteln wie:

Viele Jugendliche engagieren sich in ihren Schülervertretungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen – sie wirken mit bei der Schulorganisation und Fortschreibung von Schulregeln, sie gestalten das Schulleben durch Aktivitäten (Feste, Veranstaltungen) und beteiligen sich an Veränderung/Verschönerung der Schule. Sie unterstützen jüngere MitschülerInnen, damit diese sich besser im Schulleben zurechtfinden. Dabei kann festgestellt werden, dass trotz der offensichtlichen Ferne von der offiziellen Politik die Jugendlichen in ihrem näheren und auch ferneren Lebensumfeld gesellschaftlich aktiv sind. Die Auseinandersetzung mit Umwelt- und globalen Themen und das Hinterfragen nach sozialer Gerechtigkeit zeigen, dass Jugendliche sich durchaus mit politischen Inhalten beschäftigen. Demzufolge ist es wichtig, dass Jugendliche lernen, partizipativ Verantwortung im Sinne von Handlungskompetenz zu erlernen. Partizipation im weiteren Sinne von Demokratie-Lernen beinhaltet so die Reflexion und Unterscheidung von Wertesystemen sowohl für die individuelle Lebensführung als auch für gesellschaftliches Agieren.

Daher sind freiwillige Arbeitsgruppen vor Ort, ein dreitägiges Seminar in der Bildungsstätte und Auswertungstreffen Bestandteil des Projekts. In den Arbeitsgruppen bestimmen die SchülerInnen im Vorfeld ihre Themen und Schwerpunkte. Der schulische Alltag bietet für eine Vertiefung nur begrenzte Möglichkeiten. Daher wird es in dem dreitägigen Seminar darum gehen, praktizierbare und gemeinsam erarbeitete Maßnahmen in den jeweiligen Lebenswelten – Schule und soziales Umfeld - zu entwerfen und die dazu konkreten Schritte verbindlich festzulegen. Es werden Partizipationsmöglichkeiten in Form von Beteiligung an Jugendparlamenten, oder Jugendbotschaften thematisiert und deren Arbeit vorgestellt.

 

"Schulverweigerung vermeiden"
Gleiche Aufstiegs- und Bildungschancen für alle Kinder

Laufzeit: 15.05. – 31.12.2013

Eine längere oder häufige Abwesenheit vom schulischen Unterricht wirkt sich negativ darauf aus, dass Kinder und Jugendliche positive Entwicklungsmöglichkeiten nicht für sich nutzen. Untersuchungen gehen davon aus, dass fünf bis zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland in einem erheblichen Ausmaß gewohnheitsmäßig in der Schule fehlen. Häufig vermutete Gründe wie Faulheit des Schülers oder falsche Erziehung durch die Eltern sind kurzsichtig, denn Schulprobleme sind in der Regel immer vielschichtig. Die meisten Kinder wollen zunächst zur Schule gehen und haben vor, einen guten Schulabschluss zu machen. Schulmüdigkeit und –unlust entstehen allmählich. Ein entscheidender Grund für Schulverweigerung sind Ängste, die vor allem bei einem Schulwechsel oder neuen Schulsituationen entstehen. Dabei spielen familiäre Probleme oder belastende Situationen im Elternhaus eine wichtige Rolle. Kinder aus ärmeren bildungsfernen Familien bekommen oftmals nicht die nötige Unterstützung der Eltern in schulischen Angelegenheiten bzw. Eltern haben selbst kein Interesse bzw. sogar eine Aversion gegenüber der Institution Schule. Eine mangelnde und fehlende Impulssteuerung durch die Eltern beeinträchtigt in starkem Maße das Selbstwertgefühl von Kindern. Diesen Kindern fehlt es an Ermutigung, und sie reagieren häufig mit Vermeidungsverhalten.
Unser Projekt "Schulverweigerung vermeiden" soll Kindern beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule das Verhältnis von Schule, Lernen, beruflichem Fortkommen und Zukunftsgestaltung als Chance für ihr Leben begreiflich machen.                                                         
Aus der Perspektive der Kinder ist der Übergang in eine weiterführende Schule eine große Verunsicherung. Für die Kinder verändern sich nach vier Jahren in der Grundschule die gewohnten Handlungsroutinen und Reaktionsmuster und sie müssen sich in eine neue, bislang fremde Umgebung einpassen. Auch unter Leistungsgesichtspunkten ist der Übergang oft mit Belastungen verbunden. Hier wird die weiterführende Schule zu einer wichtigen Sozialisationsinstanz und sollte Erziehungsdefizite der Eltern ergänzen. "Schulangst" sollte nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen, dazu muss das Selbstwertgefühl eines jeden Kindes und die Klassengemeinschaft gestärkt werden. Weiterhin sind Angebote der Motivation und Ermutigung notwendig.
Das Gelingen des Überganges zur weiterführenden Schule hängt davon ab, inwieweit Schule bzw. die LehrerInnen in der Lage sind, nicht die Vermittlung von Lerninhalten und Wissen in den Vordergrund ihres pädagogischen Handels zu stellen, sondern die einzelnen SchülerInnen mit ihren jeweiligen Kompetenzen in ihrer individuellen Selbständigkeit und als Teil der Klassengemeinschaft zu stärken. Außerschulische Jugendarbeit kann hierbei eine wichtige Ergänzung sein, damit die Kinder mit Ängsten vor Misserfolg, Überforderungen, schlechten Zensuren und Strafen adäquat umgehen können.
Ziel des Projekts "Schulverweigerung vermeiden" ist es, zu einem frühen Zeitpunkt der schulischen Entwicklung präventive Angebote und Maßnahmen gegen Versagensängste und Schulmüdigkeit zu entwickeln, denn schulverweigerndes Verhalten kann zu großen Einbußen bei der Entwicklungskompetenz und der gesamten Persönlichkeit des Kindes führen. Mit vier ausgewählten 5. Klassen werden im ersten Schulhalbjahr spielerisch und kreativ Möglichkeiten erprobt, damit Schulmüdigkeit erst gar nicht entstehen kann.

Zwei eintägige und ein mehrtägiges Seminar haben zum Ziel, dass die SchülerInnen:

Damit sind wichtige Voraussetzungen für soziale Teilhabe und Chancengleichheit auch für benachteiligte Kinder gegeben. Eine Schule, die Selbstbewusstsein und Spaß am Lernen vermittelt, wirkt nachhaltig, denn die Kinder lernen Sozialkompetenzen und werden gefördert bei der Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit.

 

"Facelook und der Schatten vom Chatten"
Ein Projekt zur Medienkompetenzsteigerung bei Kindern und Jugendlichen

Projeklaufzeit: 15.05. – 31.12.2013

Der beste Schutz vor den Risiken der digitalen Medien ist die Stärkung der eigenen Kompetenzen im Umgang mit Internet, Handy und Computerspielen. Obwohl Kinder und Jugendliche sich technisch die neuen Anwendungen spielend aneignen, brauchen sie für das Verstehen der vielen verschiedenen Medieninhalte Unterstützung. Dies bedeutet jedoch viel mehr als die reine Vermittlung von technischem Anwenderwissen. Eine breite Medienkompetenz beinhaltet auch einen Überblick darüber, wie man die digitalen Medien nutzten kann und welche Chancen und Gefahren damit verbunden sind.
Bei allen Schwierigkeiten, die im Bereich der Medienbildung existieren und allen negativen Schlagzeilen, die die Risiken der neuen Medienwelt thematisierten, liegt eins klar auf der Hand: Eine stärkere Kontrolle von Kindern und Jugendlichen oder gar eine Sperrung bestimmter Inhalte sind keine Wege zur Vermittlung von mehr Medienkompetenz. Stattdessen geht es darum, die "digital natives" für die neue Lebenswelt fit zu machen – mit dem Bewusstsein über ihre Risiken, aber auch dem Wissen um ihre Chancen und Potenziale.

Medienkompetenz ist das Wissen um den zweckmäßigen, reflektierten und gewissenhaften Umgang mit Medien. Sie umfasst nicht nur ein Verständnis für Medien, sondern auch die Fähigkeit, diese für sich einzusetzen und als Werkzeug für die eigenen Ziele zu verwenden.

Das Projekt "Facelook und der Schatten vom Chatten" richtet sich an Klassen der Jahrgangsstufe 6, 7 und 8 und hat zum Inhalt:

Durch das Projekt verlassen die Schülerinnen und Schüler den passiven Medienkonsumentenstatus und werden zu Medienkritikern. Sie entwickeln eigene Fragestellungen zu Werten, Handlungsstrategien und –möglichkeiten in der Mediengesellschaft für ihr eigenes Leben.

Im Rahmen des Projektes bieten wir den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, untereinander alltagrelevante Themen in geschützter und akzeptierter Atmosphäre zu besprechen. Die Schülerinnen  und Schüler erhalten hier die Möglichkeit, sich länger in einem für sie angemessenen Zeitraum mit den für die wichtigen Themen auseinanderzusetzen.

 

"Inklusion in der Schule"
Ein Projekt zur Teilhabe junger Menschen mit Behinderung im Schulalltag

Laufzeit: 15.05.2013 – 31.03.2014

In den Schulen NRWs sollen alle Kinder ab dem Schuljahr 2014/15, die zur weiterführenden Regelschule wollen, einen rechtlichen Anspruch auf einen entsprechenden Platz haben. Von den Lehrenden wird die Einführung eines gemeinsamen Unterrichts begrüßt, wenn entsprechend ausgebildet wurde und die Rahmenbedingungen stimmen. Es wäre allerdings kontraproduktiv, wenn gemeinsamer Unterricht dazu führe, dass nichtbehinderte Kinder "zu kurz kämen" bzw. für sie verminderte Bildungschancen entstehen würden. Für ein gemeinsames Leben und Lernen – unabhängig von Behinderung, sozialer und kultureller Herkunft, Sprache etc. - müssen neue Konzepte entwickelt werden. Viele Schulen befürworten die Idee des inklusiven Unterrichts, haben aber noch wenige Erfahrungen und Vorstellungen, wie gemeinsamer lerndifferenzierter Unterricht in der Praxis gestaltet werden kann. Hier müssen praxistaugliche Angebote wie "Umgang mit Heterogenität", "Sonder- bzw. Inklusionspädagogik" entwickelt werden. Dazu wollen wir Seminare mit Schulen der Sekundarstufe I durchführen.

Mit dem Projekt soll erreicht werden:

Schwierigkeiten bei der Einführung von Inklusionsklassen werden thematisiert, um konstruktive Umgehensweisen entwickeln zu können.
Wir arbeiten mit insgesamt sechs Schulklassen, in denen die Entwürfe für kompetenzorientierten Unterricht in heterogenen Lerngruppen ausprobiert werden. Mit diesen sechs Schulklassen wird jeweils ein Seminar durchgeführt. Hier wird das Selbstverständnis der Klasse erarbeitet, die sich zu Schuljahrsbeginn in der weiterführenden Schule neu gefunden hat. Ziel dieses Seminares ist die Gestaltung einer sicheren, wertschätzenden, kooperativen und anregenden Klassengemeinschaft, in der kindgerecht inklusive Wertvorstellungen und Prinzipien verankert und handlungsleitend sind. In einer Reflexion wird Bilanz gezogen: Konnten Diskriminierung und Ausgrenzungsprozesse verhindert werden oder gab es weiterhin Vorurteile/Probleme/Bedenken? Wo muss noch einmal angesetzt werden? Was hat das gemeinsame Projekt allen an Vorteilen gebracht? Sind Lerngruppen entstanden, in denen Inklusion als die selbstverständliche Dazugehörigkeit der verschiedensten Kinder gelingt? Was muss in den nächsten Schuljahren noch getan/berücksichtigt werden?

 

"Medienscout"
Ausbildung jugendlicher Scouts zur Medienkompetenzsteigerung bei Kindern und Jugendlichen

Laufzeit: 15.05.2013 – 31.03.2014

Viele Eltern und Pädagogen laufen den Neuerungen im Internet hinterher und neigen dazu, diese oft als nicht notwendig oder nur als Arbeitserleichterung beispielsweise im Schulalltag zu sehen. Diese Entwicklungen begünstigen die Gefahren und das Nichtwissen von Kindern und Jugendlichen enorm. Erwachsene laufen häufig Gefahr, durch fehlende (auch technische) Kenntnisse nicht mehr in die Lebenswelten der Kinder vordringen zu können und stehen dem häufig hilflos gegenüber.
Die Frage, ob Kinder und Jugendliche sich im Schulkontext bei Problemen z. B. mit "schülerVZ" oder "Facebook" an Lehrkräfte wenden, ist laut verschiedenen Untersuchungen zum Thema eindeutig mit "Nein" zu beantworten.
Den Kindern und Jugendlichen fehlen häufig im Elternhaus und in der Schule AnsprechpartnerInnen, die sich auf Augenhöhe mit ihrem Wissen befinden und ihnen bei auftretenden Problemen weiterhelfen können. Hier setzt unser Projekt an.

Das Projekt "Medienscout" richtet sich an Jugendliche der Jahrgangstufe 8 und 9 – sie sollen im Rahmen des Projektes zu Medienscouts ausgebildet werden. Diese Jugendlichen sollen an der Schule in den Klassen 5 und 6 aufklärerisch tätig werden und als AnsprechpartnerInnen für die Jüngeren zur Verfügung stehen.

Die Medienscouts erlernen im Projekt:

Über die eigene, meist alltägliche, Nutzung der "social community" hinaus sollten die zukünftigen Scouts die Hintergründe der Faszination dieser Netzwerke erarbeiten, aber auch für sich selbst die Frage beantworten, welche Daten bedenkenlos veröffentlicht werden können und bei welchen es besser wäre, die Veröffentlichung zu unterlassen. Die Unterschiede zwischen virtuellen und realen Freundschaften werden zum Thema gemacht und gleichzeitig Fallbeispiele und konkrete Handlungsanleitungen in Konfliktfällen erörtert. Hier werden neben einschlägigen Beispielen aus der Literatur konkrete Beispiele aus dem Nutzungsalltag der Scouts besprochen. Ziel hier ist, die Beratungskompetenz und Konfliktlösungsstrategien der Jugendlichen zu erhöhen, damit sie im weiteren Verlauf auch als kompetente AnsprechpartnerInnen im Schulalltag zur Verfügung stehen können.