Seminarangebote "Interkulturelles Lernen und Integration"

Unser Projekt "Interkulturelles Lernen und Integration" soll Kinder und Jugendliche an Schulen erreichen, in denen der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sehr hoch ist. Unsere Zielsetzung dabei ist das Erwerben von interkulturellen und sozialen Kompetenzen, um diese Jugendlichen in die Lage zu versetzen, gemeinsam an Themen zu arbeiten und dabei zu lernen, ihre gegenseitigen kulturellen und religiösen Unterschiede zu respektieren.

Unser Projekt beinhaltet die Begegnung von zwei Schulklassen in der Jugendbildungsstätte Welper. In 3-tägigen Seminaren sollen sich die Jugendlichen mit ihren Migrationsgeschichten bzw. –biographien beschäftigen. Dabei wollen wir Impulse dafür setzen, dass die Kultur und Identität von Zugewanderten nicht zwangsläufig als defizitär oder gar als Bedrohung für die eigene Existenz betrachtet werden. Die Förderung von mehr Chancengleichheit und die Gestaltung eines gleichberechtigten interkulturellen Zusammenlebens können eine Bereicherung für alle Jugendlichen sein. Es gilt für alle Jugendlichen, realistische und für sie akzeptable Zukunftsperspektiven zu entwickeln und sie bei der Umsetzung zu unterstützen. Außerschulische Jugendbildungsarbeit kann hier Experimentierfelder schaffen, wo im gemeinsamen Handeln das Selbstwertgefühl gestärkt wird und Fertigkeiten wie Kommunikation, Kooperation, Selbständigkeit, Verantwortung ausprobiert und angeeignet werden können. Die Jugendlichen sollen so in die Lage versetzt werden, sich Strukturen des sozialen und demokratischen Handelns zu schaffen.

Auch die geschlechtsspezifische Identitätsfindung soll gefördert werden. Besonders wollen wir unsere weiblichen Teilnehmerinnen ermutigen, selbstbewußt und eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten. Oft erleben sie besondere Benachteiligung aufgrund von (religiösen) Traditionen und Gebräuchen. Für Jungen und Mädchen mit Migrationshintergründen möchten wir mehr Möglichkeiten der Chancengleichheit bieten, in dem wir geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Rollenzuschreibungen hinterfragen.

Wir halten es für wichtig, in diesen Seminaren auch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Glaubensrichtungen zu führen. Dabei sind wir der Auffassung, dass die Begegnung mit fremden Kulturen und Religionen für die Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich mit eigenen Wertevorstellungen bzw. Menschenbildern zu beschäftigen. Themen wie Toleranz, Frieden, Umwelt, Demokratie, Partizipation etc. können hierbei einfließen und praktisch gelernt werden.

Die Begegnung von zwei Schulklassen bietet eine gute Möglichkeit "mal über den eigenen Tellerrand zu schauen", Perspektiven zu wechseln und daran zu arbeiten, wie ein (Zusammen-) Leben mit Unterschieden in Deutschland konstruktiv gestaltet werden kann. Erfahrene TeamerInnen mit und ohne Migrationshintergründe und unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte begleiten die Jugendlichen auf innovativen Lernfeldern. Da wir in diesem Projekt situativ und prozessorientiert arbeiten wollen, verfügen unsere TeamerInnen über eine hohe Kompetenz im Bereich von Material, Kreativität und Spiel. Übungen zur Kommunikation und Interaktion befähigen unsere Teilnehmenden, den eigenen Sprachgebrauch und das soziale Miteinander zu verbessern.

Ulla Rothe, JuBi Welper, Tel.: 0 23 24/94 64-59, E-Mail: rothe@jubi-welper.de