Projekte

Die JuBi Welper war mit Ausstellungsstand und Workshop auf dem 33. Remscheider Spielmarkt vertreten.
Die gespielten Geschichten standen im Vordergrund; so konnten sich die Besucher Goldklumpen verdienen, wenn sie an unserer Geschichte weitergeschrieben oder beim Märchenquiz gewonnen haben.

Ansprechpartnerin:
Brigitte Christiansen
Bildungsreferentin
0 23 24/94 64-55
christiansen@freizeitwerk-welper.de

Die drei nachfolgenden Geschichten sind Gemeinschaftsproduktionen vieler wildfremder Menschen; es eint sie nur, dass sie in der Zeit vom 23.-25. Februar 2012 auf dem Spielmarkt in Remscheid am Stand der JuBi Welper waren.
Mit Hilfe einer "Erzählkarte", die nicht ausgesucht werden durfte, waren die Standbesucher aufgefordert, an unseren Geschichten weiter zu schreiben und konnten sich somit - durch ihre kreative Arbeit - einen wahren Goldklumpen verdienen.
Ich wünsche allen Besuchern unserer Homepage viel Freude beim Lesen der Geschichten.

Erzählgeschichte vom Tag Eins (23.02.2012)

Es war einmal ein großer starker Riese mit Namen Anton. Er war ganz alleine auf der Welt. Doch plötzlich erblickte er ein wunderschönes weißes Pferd, welches ebenso verblüfft schien wie er selbst. Er stieg auf das Pferd und ritt davon, wie er es sich schon ewig erträumte.

"Wie vertraut mir dieses fremde wundersame Pferd ist", dachte Anton sich. "Ob das an dem magischen Schlüssel liegt, den ich in einer Tasche trage?"

Er kam an einem großen Tor vorbei und wurde neugierig. Der Schlüsse passte und bot ihm Eintritt in ein riesiges Schloß mit ganz vielen Mädchen, die weiße lange Kleider trugen und auf weißen Pferden saßen.

Der König, Herr Lanzelord, war der Vater der vielen Mädchen. Er herrschte über dieses gewaltige Reich, in dem es einen See gab, von dem man behauptete, er sei verzaubert, weil viele Bootsfahrer nach Sonnenuntergang verschwanden.

Der Riese Anton wurde neugierig und wollte das Geheimnis der verschwundenen Männer lüften. Ihm wurde die Geschichte erzählt, dass die Bootsfahrer auf einer einsamen Insel landeten und dort eine magische Truhe fanden, die von drei hübschen jungen Burschen und einem Wolf (der gefährlicher aussah, als er war) bewacht wurde. Plötzlich stand ein Tisch voller Essen vor ihnen; grade zu köstliche Speisen, fast wie im Schlaraffenland. Die Bootsfahrer setzten sich an den Tisch und labten sich an den Speisen. Getrieben von ihrem Durst, leerten sie den gesamten Krug voller süßem Wein, der auf dem Tisch stand.

Der Wein ließ die jungen Männer alt und grau werden; sie erschraken, denn jeder von ihnen sah aus wie eine alte Hexe. Sie wußten nicht, was passiert war und erhofften sich Hilfe beim mächtigen König. Doch als sie im Palast eintrafen, fanden sie einen leeren Thron vor. Der König war nicht aufzufinden. Also beschlossen die jungen Männer in Hexengestalt, sich auf eine abenteuerliche Reise durch das Moor zu begeben, um die alte Moorhexe aufzusuchen und um Rat zu fragen. Sie hatten die Hoffnung, wieder in schöne Jünglinge verwandelt zu werden.

Auf dem Weg trafen auf den Zwerg namens KalumBalum. Dieser sprach: "Hallo ihr, willkommen in meinem Revier." - "Wir suchen das Haus der Moorhexe. Kannst du uns helfen?" fragte einer der verzauberten Männer. Der Zwerg streckte seinen Arm aus und zeigte auf ein kleines Häuschen am Ende des Weges, aus dessen Schornstein es qualmte.

In dem Häuschen fanden sie eine geheimnisvolle Schriftrolle, die in einer ihnen fremden Schrift geschrieben war. In dieser Schriftrolle war ein Pfau zu sehen, über den man dreimal streicheln musste, um zur Hexe zu gelangen. Die Hexe erschien mit einem Korb vor ihnen. Als sie auf ihrer Querflöte spielte, erhob sich etwas aus ihrem Korb. Es war ein Papierstück, auf dem ein Schiff zu sehen war - und was es mit diesem Schiff auf sich hat, ist eine andere Geschichte ...

Lautes Getöse erfüllt den Raum. Oh je, schon wieder ist die Nacht vorbei, der nächste Tag beim Spielmarkt in Remscheid beginnt. Aber bei diesem Traum ist es sicher besser, dass mein Wecker geklingelt hat ...

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Erzählgeschichte vom Tag Zwei (24.02.2012)

Es waren einmal 3 Brüder, einer war klug, der zweite einfältig und der dritte ein echter Draufgänger. Eines Tages schlug der kluge Bruder vor, einen Wettbewerb zu machen. Da sagte der Draufgänger: "Komm, wir gehen zusammen in den Wald." Da näherte sich mit grimmigen Augen, einem zerzausten Fell und gefletschten Zähnen ein Wolf. So gleich sah der einfältige Bruder den Wolf und hob die Axt. Im gleichen Moment flog ein Vogel auf die Baumkrone. Was konnte er tun?

Da sagte der echte Draufgänger: "Haltet ein, ich habe eine bessere Idee! Dort vorne ist eine Treppe, die hoch in einen Turm führt. Von dort können wir uns besser verteidigen." - "Aber wir sitzen auch in der Falle", gab der kluge Bruder zu bedenken. In diesem Moment entzündete sich um sie herum ein Feuerkreis. Da flog der Vogel aus der Baumkrone auf sie herab und trug im Schnabel eine versiegeltes Dokument. Um das Dokument war eine Kette aus feinstem Gold mit dem Wappen des Zauberers von Wandelbar. Von diesem Zauberer war bekannt, dass er in der Krone einer riesigen alten Eiche wohnt.

Die Brüder erfassten das Dokument und der Feuerkreis um sie herum wurde gewaltiger. Mit einem Augenschlag befanden sie sich auf einer grünen weiten Wiese, auf der viele purpurrote Äpfel lagen. Die Brüder schauten sich um und dort stand die Eiche des Zauberers Wandelbar. Der Einfältige sagt: "Sie ist größer, als je eine Eiche gewesen ist!" Der Kluge fügt hinzu: "Sie ist grüner, als je eine Eiche erblühte!" und der wahre Draufgänger bemerkte: "So stark und mächtig sah ich noch nie eine andere Eiche."

Sonderbar war nur, dass rund um die Eiche sauber gestapelte purpurne Äpfel lagen. Sie blickten sich um und erblickten hinter der Eiche ein kleines Grab. Vor dem Grab stand eine bucklige Frau. Sie bückte sich über die Blumen, die das Grab schmückten und man sah durch ihr aschblondes Haar die Tränen auf ihre goldene Robe tropfen. Sie ließ ihre Flöte spielen und ihr Haar wehte im Wind. Sie sagte mit tränenschwerer Stimme zu den Brüdern: "Löst ein Rätsel und ihr bekommt den goldenen Schlüssel. In welchem Märchen hindert eine Hülsenfrucht die Prinzessin beim Schlafen?"

Der klügste der Brüder antwortete: "Die Prinzessin auf der Erbse." Sie bekamen den Schlüssel und machten sich auf den Weg in einen geheimnisvollen Wald, in dem es ein altes verschlossenes Häuschen gab.

Die drei Brüder gingen auf das Haus zu und der älteste, klügste Bruder klopfte an die Tür. Es wurde geöffnet von dem Wolf, den sie dort nun wirklich nicht erwartet haben. Eigentlich wussten sie auch wirklich nicht, wen sie in dem Haus wähnten, aber es war der Wolf, der sich ins Bett der Großmutter gelegt hatte, weil er fürchterlich krank war. Die Großmutter hatte er vorher gefressen und sie lag ihm jetzt schwer im Magen. Außerdem war die Großmutter dabei, ihn ständig zu treten und zu stoßen, dass es ein wahres Magenpoltern war.

Da half nur noch der Trank vom Nachttisch, von dem er glaubte, dass es ein Zaubertrank sei. Er hoffte, dieser würde ihn gesund machen. Es war ein starker Kräuterlikör, der die Großmutter schläfrig und träge machte, dem Wolf aber nicht schadete. Tatsächlich wurde er scheinbar gesund, sprang aus dem Bett und lief über die Brücke, die über einen reißenden Fluss führte. Am anderen Ufer war eine wunderbare Wiese, auf der ein hübsches Mädchen stand und ihre Gänse fütterte. Das sahen unsere drei Brüder und wähnten die junge Maid in großer Gefahr.

Der Wolf dachte: "Oh, jetzt wo ich gesund bin, würde mir so eine fette Gans sicher gut schmecken und das Mädchen nehme ich mit, damit es mir mein Haus reinlich hält."

Bevor die Brüder das Mädchen warnen konnten, schlich sich der Wolf auf leisen Pfoten immer näher an die Maid heran. Da reichte es dem wahren Draufgänger; mit wilden Schreien und tollkühnem Mut, bekräftigt vom Wunsch, die Maid zu retten, stand er wie von wundersamer Kraft getragen direkt Aug' in Aug' vor dem Wolf.

Der Wolf, voller Schreck, wich einen Schritt zurück, sah seine Chance vertan und kniff seinen Schwanz ein. Mit säuselnder Stimme bat er um ein Gänschen für seinen leeren Magen.

Die Maid wusste nicht, wie ihr geschah, aber sie bemerkte die starken Muskeln des wahren Draufgängers und fühlte sich sicher und beschützt. Nun waren auch die beiden anderen Brüder da und hörten grade noch den Wunsch des Wolfes nach einer Mahlzeit. Da sagte der Einfältige: "Auch mein Magen knurrt. Können wir nicht alle zusammen zum Haus des Wolfs gehen und ein gutes Mahl einnehmen?"

Diese Idee wurde allgemein als gut, gradezu als wunderbar und genial angenommen und so ging die ganze Versammlung, angeführt von dem Wolf, dahinter der einfältige Bruder, dann der kluge Bruder und dann die Maid beschützt von dem wahren Draufgänger, der selbstverständlich auch die Gänse im Auge hatte. Auf dem Rückweg nahmen sie noch die bucklige alte Frau mit, die sich so sehr über die Einladung freute, dass sie, beseelt mit den Kräften des Zauberers Wandelbar, in nullkommanix und rucki-zucki für alle ein famoses Essen zauberte.

Der Wolf bekam allerdings, weil er vor kurzer Zeit noch krank war, nur Zwieback mit Tee. Davon wurde ihm allerdings so schlecht, dass er würgen und sich erbrechen musste und herausgepoltert aus dem riesigen Maul des Wolfes kam die Großmutter. Verdutzt waren die Maid und die Brüder und die bucklige alte Frau, aber luden sogleich die Großmutter ein, um mit ihnen zu speisen. Schließlich fühlten sie sich wohl in ihrem Haus. Alle feierten, waren froh und lebten glücklich in einer 6er-WG mit Gans zusammen und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

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Erzählgeschichte vom Tag Drei (25.02.2012)

Es war einmal eine junge Maid mit Namen Mathilda. Elternlos aufgewachsen hatte sie ihren Mut aber nicht verloren und schöpfte Kraft aus dem Flötenspiel.

Sie war auf dem Weg zu ihrem Geliebten, doch der Weg war lang und steinig.

Da sah sie einen Esel, der angebunden in der sengenden Hitze stand. Mathilda band ihn los und der Esel trottete hinter ihr her. Als vor ihr eine Wegteilung kam, konnte sie sich nicht für eine Richtung entscheiden. Also ließ sie sich von dem Esel führen. Der Esel lenkte seine Schritte auf den rechten Weg. Mathilda wunderte sich, aus welchem Grund er wohl diese Richtung gewählt hatte, da sah sie einen Laib Brot auf dem Weg liegen. Der Esel knabberte an dem Brot und Mathilda beobachtete wie er plötzlich goldene Schweifhaare bekam. Sie wuchsen und wuchsen immer weiter, am ganzen Körper, bis er ein wahrer Goldesel war. Doch jetzt hatte die Maid Angst vor bösen Räubern und bedeckte den Esel mit ihrem wunderschönen Spitzenkleid, das dem Esel hervorragend stand. Nun hatte sie nur noch ein Hemd zu tragen, doch der Esel bekam schon wieder Hunger und begann daran herumzuknabbern.

Es begann zu dämmern und beide fingen an zu frieren. Da zog Mathilda ihre Flöte hervor und die liebliche Melodie führte sie durch die Nacht. Das Sternenzelt senkte sich über Mathilda und ihren Esel und die Sterne wiesen ihnen den Weg.

Vor einem kleinen Haus trafen sie eine alte Frau, die den Hof fegte. Sie bot ihre Hilfe an, bat die beiden hinein zu kommen und in ihrer kleinen Hütte die Nacht zu verbringen. Mathilda hatte Angst, war aber so müde, dass sie trotzdem mit hinein ging.

Die alte Frau hatte schon das Essen auf dem Ofen und Mathildas Magen knurrte. So setzten sie sich an den Tisch und fingen an zu essen.

Mathilda wurde mit jedem Löffel Suppe schläfriger, bis sie ganz weit weg im Reich der Träume war. Sie träumte davon, wie sie früher auf dem Feld mit ihrem Vater die Ernte eingefahren hatte und sie träumte von dem Jahr, in dem sie soviel geerntet hatten, dass sich das Tor der Scheune kaum noch schließen ließ.

Immer tiefer ging es für sie ins Land der Träume. Mathilda schlief tief und fest und so ging Tag um Tag ins Land. Das Fell und der Schweif des Esels wuchsen immer weiter und die alte Frau erntete regelmäßig das Fell und ließ es sich gut gehen.

In der Zwischenzeit dachte aber der Geliebte von Mathilda immer wieder an seine Maid mit dem verzauberten Flötenspiel. War es doch in der Zwischenzeit mehr als drei Monde her, dass er sie erwartete. Besorgt war er, der Hans, und voller Unruhe, und so machte er sich auf den Weg in die Welt, um seine Mathilda zu finden. Er nahm seine Katze mit, einen Sack mit Brot und Wein für die nächsten Tage und dann nahm er noch einen sonderbaren Stein mit sich, von dem es hieß, er habe Magie in sich. Nun war der Hans ein fortschrittlicher Mann und glaubte nicht so recht an die Magie, doch wusste er von seinem alten Oheim, wenn nichts mehr hilft, hilft die Magie und da ihn Mathilda vom ersten Augenblick verzaubert hatte, nahm er eben auch den sonderbaren Stein mit sich.

Hans kam an einen See und traf einen Fischer, der ihn über den See brachte. Er erzählte seine Geschichte, aber der Fischer hatte Mathilda nie gesehen. Dann kam er in ein Dorf, er befragte so viele Menschen, aber keiner hatte Mathilda gesehen. Hans war unermüdlich und auch seine Katze sprach ihm immer wieder Mut zu. Als er am nächsten Abend allein im Wald an seinem Feuer saß, das ihn wärmen und die gefährlichen Tiere abhalten sollte, war er voller Sehnsucht den Tränen nah, nahm den magischen Stein und warf ihn ins Feuer: "So recht hilfst du totes kaltes Ding mir ja nicht. Magisch solltest du sein und mir den Weg weisen und doch bist du nur kalt in meiner Tasche. Was soll ich mit dir auf meiner Suche weiter anfangen?" Kaum war der Stein im Feuer, sah Hans Bilder in den Flammen auftauchen. Er sah seine liebreizende Mathilda mit der Flöte und wie sie den Esel traf. Dann sah er den Esel in seltsamen Gewand, aber nein, es war Mathildas Kleid. Hans glaubte seinen Augen nicht zu trauen, zu wirr waren ihm die Bilder im Feuer, aber dann sah er das Haus der alten Frau und seine Mathilda, die dort in tiefen Träumen auf einer Ofenbank lag. Hans wusste nicht, ob die Bilder Traum oder Wirklichkeit waren, aber ihm war klar, dass er das Haus der alten Frau finden musste, wollte er seine geliebte Mathilda noch einmal in seine Arme schließen.

Sogleich löschte er das Feuer, vergaß aber nicht, den magischen Stein aus der Asche zu klauben. Mit der Katze an seiner Seite ging es durch den nächtlichen Wald. Seine Sehnsucht und Liebe reichte bis hoch zu den funkelnden Sternen, und so ließ er sich von ihnen leiten. Irgendwann kam er an einen Pfahl, an dem nur noch ein Strick hing. Er war sicher, dass dies der Strick des Esels war, den Hans in den Bildern im Feuer gesehen hat und so war er sicher, bald seine geliebte Mathilda wieder in seine Arme schließen zu können.

Es dämmerte, die Sonne startete ihren Weg durch den Tag und von ferne hörte Hans einen Hahn krähen. Die Katze tänzelte Mut machend um seine Beine und den magischen Stein in seiner Hosentasche umschloss Hans mit kräftiger Hand. Er spürte, dass er auf dem rechten Weg war, als er zu einem Haus kam, vor dessen Tür eine gebückte alte Frau die Treppe kehrte. Sie rief ihm zu: "Junger Bursche, wohin führt dich dein Weg? Willst du nicht einkehren bei mir und dir eine kräftige Mahlzeit zum Morgen gönnen? Wenn du mir vorher mein Holz hackst und aufstapelst, will ich dir wohl ein gutes Mahl bereiten." Hans spürte, dass er seiner Mathilda nahe war, aber die Alte kam ihm gar seltsam vor. Doch er ließ sich ein auf das Angebot, da er sich nicht mehr wirklich daran erinnern konnte, wann er die letzte Mahlzeit an einem Tisch sitzend eingenommen hat. So hackte Hans als erstes das Holz, stapelte es auf und dachte dabei nach.

Die Katze schlich ums Haus und kroch in jedes Loch, knabberte hier und stöberte da, bis sie in einem Schuppen auf eine Mäusefamilie stieß. Wollte die Katze schon zugreifen und sich eine nach der anderen Maus gönnen, da gewahr sie ein feines Stimmchen, grade so wie ein Mäusepiepen. "Du bist nicht von hier, ich kenne dich nicht, aber ich sage dir, bleib nicht zu lang, denn in diesem Haus der alten buckligen Frau geschehen immer seltsame Dinge. Ein Esel, dem pausenlos das Gold wächst und eine schöne Maid, die nun schon länger schläft, als mein kleines Mäuseleben lang ist." fiepte eins der Mäusekinder.

Die Katze, neugierig geworden und auch noch die Bilder aus dem flackernden Feuer vor Augen, sprach: "Ich lass dir, deinen Geschwistern und deinen Eltern das Leben, wenn du mich hineinführst in die Stube und zu der schlafenden Maid." Das Mäusekind wurde ganz zittrig vor Angst: "Die Alte wird mich erschlagen, wenn sie mich sieht." Aber trotzdem fasste sie Vertrauen zu der Katze und ließ sich auf einen Trick ein. Die kleine Maus kletterte ins Maul der Katze und führte so die Katze mit leisen Worten in die Stube zur Ofenbank, auf der Mathilda schlief.

Die Katze wusste sofort, dass es Mathilda war - und Hans war immer noch dabei, das Holz zu hacken und aufzuschichten. Es machte den Eindruck, als wenn er noch Jahre beschäftigt wäre. Die Katze schlich zu Mathilda und leckte sie. Sprang leicht und behände zu Mathilda auf die Ofenbank und holte Mathilda mit rauer Zunge und weichem Fell zurück aus den tiefen Träumen. Das kleine Mäusekind sah mit großen Augen zu und half dann ebenfalls und knabberte an Mathildas Zehen.

Da half nun nichts mehr, Mathilda musste lachen; erst im Traum, in den sie so tief gefallen war, schliesslich dann mit wachen Augen.

Hans hörte das Lachen seiner Mathilda und stürmte ins Haus.

Wie groß war die Freude, als er seine Mathilda in die Arme schließen konnte; aber die alte Frau, was war mit ihr?

Sie war zum Dorf gegangen, um etwas von ihrem Gold einzutauschen, war sie doch sicher, dass der Bursche Holz hacken und die Maid schlafen würde.

So packte Hans seine Mathilda, die ihren Esel, die Katze kam auch noch hinzu und die Mäusefamilie nahmen sie auch noch mit und sie zogen schnell und weit weg von dem Haus der alten buckligen Frau.

Der Esel, der ein wahrer Goldesel war, schenkte ihnen und ihren Kindern wahren Reichtum, so dass weder Mathilda und Hans noch die Katze igendwann mal hungern mussten - und auch die Mäuse hatten immer ein Stück Käse vor ihrem Loch liegen.

Und an manchem warmen Sommerabend holte Mathilda ihre Flöte hervor und dann saßen sie alle auf der Bank vor dem Haus und erzählten ihren Kindern von der alten Frau und der wunderbaren Rettung durch Maus und Katz und wie gut es denn ist, zu lachen.

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